Die Vereinsgründung
Unser Verein wurde am 29. September 2006 in Schillers Gartenhaus in Jena mit acht Mitgliedern gegründet.
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Erinnerungen an den Gründungstag
Es war, als tat sich der Himmel auf, als nach wiederholten, kräftigen Regengüssen die Sonne wieder strahlte. Wie bestellt. Die Bäume und herbstlichen Blumen in Schillers Garten leuchteten frisch und farbenkräftig: ein würdiger Tag – der Michaelstag vor einem Jahr – und ein würdiger Ort: das Gartenhaus Friedrich Schillers in Jena.

Das Schillerhaus in Jena.
Hier versammelten sich acht Menschen, um den Verein
Heilpädagogik Jena zu gründen. Ein Faden wurde wieder aufgenommen.
Mich bewegt immer wieder der Gedanke, wie viel Großes von dieser kleinen Stadt ausging. Nicht zufällig hatten wir dieses Haus für unseren Anlass gewählt, in dem viel freiheitliches Gedankengut geboren wurde, das heute Menschen in der ganzen Welt bewegt.
1892 gründete der begnadete Pädagoge
Johannes Trüper in Jena eine „Anstalt für schwer erziehbare Kinder und Jugendliche.“ In der
Sophienhöhe konnten schwer erziehbare Kinder gemeinsam mit so genannten normalen Kindern wohnen und zur Schule gehen. Dies geschah hier zum ersten Mal.
Aus diesem Arbeitsumkreis heraus hatten Anfang der 20er Jahre drei junge Jenaer Studenten den festen Entschluss gefasst, die Anthroposophie näher kennen zu lernen um eine heilende Pädagogik zu entwickeln. Aus diesem Impuls heraus wurde der
Lauenstein am 18. Juni 1924 gegründet, ein „Heil- und Erziehungsinstitut für Seelenpflege bedürftige Kinder“. Der
Lauenstein war der ursprüngliche Impuls für alle weiteren anthroposophischen heilpädagogischen Einrichtungen in mehr als 90 Ländern.
Mit der Gründung des
Heilpädagogik Jena e.V. hatten wir den Entschluss gefasst, an diese Kräfte, die einst von Jena ausgingen, anzuknüpfen. Durch die neu entstandene Gemeinschaft möchten wir ein Gefäß bilden, in dem bereits bestehende heilpädagogische Arbeit weitergeführt und neue begonnen werden kann.
Der Kreis von acht anwesenden Mitgliedern am Tag der Gründung erweitert sich um elf Freunde, die uns an diesem Tag und weiterhin aus der Ferne (bis hin nach Griechenland) begleiten wollen. Jeder von uns ist mit seinen Kräften darum bemüht, die heilpädagogischen Impulse aufzugreifen, sie zu erkunden und sie zu pflegen. Gemeinsam erarbeiten einige Mitglieder und Interessierte 14-tägig den „Heilpädagogischen Kurs“ (der grundlegende Kurs Rudolf Steiners zur Begründung der Heilpädagogik), ringen um Fragen und gewonnene Erkenntnisse und tauschen Erfahrungen aus, die wir in unserer Arbeit mit Kindern gemacht haben. Ich fahre nach diesen Begegnungen immer bereichert und mit neuen Fragen nach Hause. In diesem ersten Bericht über unsere Arbeit stellen sich Ihnen einige unserer Mitglieder vor.
Damit Gesundung und Heilen überhaupt möglich werden, setzt dies wahrhaftige Begegnung voraus. Warmherziges Interesse, wache Aufmerksamkeit, liebevolle Hingabe – dies sind Fähigkeiten, die wir bewusst üben und pflegen können.